Gründung einer Initiative für den Frauen- und Mädchenfussball

Frauen- und Mädchenfussball bald ohne Schiedsrichter?

Wehret den Anfängen! Nach den U13-Juniorinnen hat es diese Saison auch noch andere Altersklassen erwischt - diese wurden einfach nicht mehr mit Schiedsrichtern besetzt. Hingewiesen wuden die Vereine über eine Mitteilung im BFV-Postfach durch den „Vorsitzenden Bezirksspielleiter der Frauen und Mädchen“ Bernd Schreiber. Der in seinem Schreiben vom 29.03.2013 alle nicht auf-, bzw. abstiegsberechtigten Mädchenmannschaften darüber informiert hat, dass künftig keine Schiedsrichter mehr eingeteilt werden. Explizit betrifft dies nun auch die u15- und die u17-Juniorinnen! Daraufhin hat sich die Initiative für den Frauen- und Mädchenfussball gegründet, die sich HEUTE auf unserer Plattform vorstellt und ihre Ziele, bzw. Beweggründe darstellt.

Gleichstellung…..nicht beim BFV (Text der Initiative)!

Initiative Frauen- und Mädchenfußball Mittelfranken

http://www.I-F-M-F.de

Neben der alten, heilen Fußballwelt hat sich in den letzten Jahren doch tatsächlich eine weibliche Randgruppe erdreistet, ebenfalls dem per Definition männlichen Ball, nachzujagen. Weshalb also auch noch eine Initiative für die ungewünschten Fußballjünger gründen?

Weil man genau dieser, von DFB und BFV (Ballbina kickt; Tag des Mädchenfußballs usw.) stark forcierten Entwicklung in Mittelfranken nicht mehr Herr werden möchte und der Sicherstellung eines geregelten Spielbetriebes ohnmächtig gegenübersteht. Dieser Entwicklung wird an der Basis, sprich in den Vereinen, seit Jahren mit großem Einsatz und Engagement Rechnung getragen in dem Strukturen geschaffen, zusätzliche Trainer und Betreuer installiert und damit ein geregelter Spielbetriebsichergestellt wird.

Auslöser zur Gründung der Initiative war eine Mitteilung durch den „Vorsitzenden Bezirksspielleiter der Frauen und Mädchen“ Bernd Schreiber, der in seinem Schreiben vom 29.03.2013 alle nicht auf-, bzw. abstiegsberechtigten Mädchenmannschaften darüber informiert hat, dass künftig keine Schiedsrichter mehr eingeteilt werden. Explizit betrifft dies nun auch die u15- und die u17- Juniorinnen, nachdem man bereits im vergangenen Jahr die u13-Juniorinnen (D9) entsprechend beschnitten hat.

Getopt wurde dieser inhaltliche Offenbarungseid wirklich nur noch vom Zeitpunkt, nämlich genau eine Woche vor Rückrundenbegin! Ob der Zeitpunkt bewusst gewählt wurde, oder der Ursprung in Unfähigkeit gründet, bleibt unbewiesen. Durch derzeit 17 aktive und 5 passive Vereine fand die am 20.04.2013 gegründete „Initiative Frauen- und Mädchenfußball Mittelfranken“ (kurz IFMM) in Kürze eine
breite Zustimmung und wird tendenziell künftig weitere Unterstützer finden. Um künftig ähnlich gelagerten Problemen vorzubeugen, wurde Hr. Schreiber eingeladen und gebeten, mit den Vereinen zusammen an Lösungen zu arbeiten. Der Zusage folgte dann aber eine schnelle Kehrtwende und die Interessen der Mädchenmannschaften wurden mit kommentarloser Ignoranz quittiert.

Fairerweise sei an dieser Stelle erwähnt, den betreffenden Verantwortlichen der Vereine ist durchaus bewusst, Hr. Schreiber hat keinerlei Handhabe gegen die diskriminierende Verweigerungshaltung vom entscheidenden „Bezirksschiedsrichterobmann“ (kurz BSO) Gerhard Pech. Auch wenn man als „Offizieller“ für derartige Initiativen nicht unbedingt im Rampenlicht steht, so ist eine fruchtbare Zusammenarbeit aus Sicht der Initiative unabdingbar und durchaus zu erwarten gewesen.

Genau dieser hat in seiner antiquiert-herroischen Denkweise verschlafen, die nötigen Strukturen zu schaffen und für den dringend benötigten Nachwuchs an „Pfeifenmännern“ und Schiedsrichterinnen zu sorgen, oder eben nur welche gewinnen können, die gerne kostenneutral zu Bundesligaspielen gehen möchten. Die Argumentation von Hr. Pech, es gäbe zu wenig weibliche Schiedsrichter, ist mehr als lachhaft, entbehrt jeglicher Grundlage und wird nun als Ausrede für die eigenen Defizite benutzt. Ob dem Sportkameraden bewusst ist, dass für die betreffenden Jahrgänge, auf Grund des Alters (ab 14 Jahren) maximal 50% der Mädchen überhaupt für das Schiedsrichterwesen zugelassen sind, bleibt allein sein Geheimnis.

Gestützt wird dieses Faktum, dass der Bezirk Mittelfranken mit seinem BSO Gerhard Pech, bayernweit diese Vorgehensweise exklusiv für sich in Anspruch nimmt. Mehr als traurig ist, Mittelfranken stellt den zweitstärksten Bezirk der gemeldeten D9-, u15- und u17-Juniorinnen-Großfeldmannschaften in Bayern.

Die Frage, weshalb es im Bezirk Mittelfranken anscheinend weniger Schiedsrichter gibt, als im Rest Bayerns, kann nur Hr. Pech beantworten und obliegt seiner alleinigen Verantwortung, aber auch dafür wir es mit Sicherheit fadenscheinige Ausflüchte geben.
Um kurzerhand mit der neuen Situation, ohne offizielle Schiedsrichter, die Spiele fach- und sachgerecht leiten zu können, wurde der zuständige BSO direkt mit Fragen konfrontiert.

Das Ergebnis war leider mehr als ernüchternd und wirft eher noch mehr Fragen auf. Hr. Pech gibt z. B. an, es würden 73% der Juniorinnenspiele mit neutralen Schiedsrichtern besetzt und lediglich 62% der Juniorenspiele. Zieht man in Betracht, dass in Mittelfranken pro Monat ca. 2000 Junioren- (u13-u19), aber nur ca. 150 Juniorinnenspiele (u13-u17) stattfinden, so erscheinen die 73% in einem ganz
anderen Licht.

Nimmt man dann auch noch die aktuellen Schiedsrichteransetzungen der Juniorinnen, also nach der Streichung durch Hr. Pech, so werden tatsächlich nur noch 56 Juniorinnenspiele (37%!!!) mit neutralen Schiedsrichtern pro Monat besetzt. Wer mit diesen Zahlen noch versucht, ein Gleichgewicht zu vermitteln, muss sich nicht wundern, mit Diskriminierung konfrontiert zu werden.

Durch die Eigeninitiative der Vereine und die Unterstützung vieler Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter, insbesondere aus dem Kreis Neumarkt/Jura, ist es für einen Großteil der unbesetzten Spiele gelungen, eine fach- und sachgerechte Spielleitung zu gewährleisten.
Diese Tatsache steht jedoch im krassen Widerspruch zur Aussage des BSO, man könne nicht mehr alle Spiele besetzen.

Abschließend sei erwähnt, dass lt. Hr. Pech, jeder „Laienschiedsrichter“ der eine Spielleitung übernimmt, dieselben Rechte hat wie ein geprüfter. Womit kann und möchte man dann noch Sportkameraden motivieren, sich einem zeitintensiven Schiedsrichterlehrgang zu unterziehen?

Zudem stößt man mit derartigen Aussagen die Schiedsrichterkollegen vor den Kopf, die genau diese Zeit investiert haben.
Für die laufende Rückrunde wird es wohl leider keine Lösung mehr geben. Das Ziel muss jedoch sein, dem strukturell-negativen Trend von Verbandsseite bis zum Beginn der kommenden Spielzeit entgegenzuwirken.

Dass man im Land eines mehrmaligen Welt- und Europameisters derartige Diskussionen führen muss, ist an sich beschämend genug. Für die Nachwuchsarbeit und Talentförderung, insbesondere für Mittelfranken, bedeutet dies mittelfristig jedoch den Tod des Mädchenfußballs (dieser Text ist nicht von der Redaktion von absatzkick.com, sondern von der Initiative für den Frauen- und Mädchenfussball)!

absatzkick.com hat diesen Text für die Initiative Frauen- und Mädchenfussball veröffentlicht und würde sich über eine Stellungnahme der zuständigen BFV-Funkionäre sehr freuen - natürlich werden wir auch diese Version der "anderen Seite" gerne veröffentlichen!

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