Runder Tisch schaffte Frieden

Ochenbrucker Moor diente als Ort für den Friedensgipfel

Als der Bezirksvorsitzende für den Frauen- und Mädchenfussball, Herr Bernd Schreiber, die schlechte Nachricht überbringen musste, daß die U13-Juniorinnenspiele nicht mehr mit Schiedsrichtern besetzt werden, zeigten sich viele Funktionäre in den Vereinen schwer enttäuscht. Die Spekulationen reichten sogar bis zu den Aussagen wie "Benachteiligung von Minderheiten" oder "mutwillige Entscheidungen gegen die Frauen und Mädchen im BFV". Als dann die Verantwortlichen des BFV und die Vereine, beim TSV Ochenbruck, sich gegenüber traten, kam schnell gegenseitiges Verständnis auf. Bezirksschiedsrichterobmann Gerhard Pech und Michael Heinikel (Initiative für den Frauen- und Mädchenfussball) gingen respektvoll miteinander um. Die negativen Schlagzeilen wurden entkräftet.

11 Vereine und Funktionäre des BFV gingen aufeinander zu

Über Monate hinweg war der Ton rauh - um so erfreulicher, daß der Runde Tisch in Ochenbruck in einer angenehmen Atmosphäre ablief. Beide Seiten nahmen das Thema ernst und suchten nach Lösungen, ohne groß auf der Stelle zu treten.

Die Vereine Post SV Nürnberg, SG Nürnberg Fürth 1883, TV 21 Büchenbach, ASV Weisendorf, TSV Wolfstein, FC Pegnitz, TSV Brand, ATV Frankonia Nürnberg, SpVgg. Reuth und der gastgebende TSV Ochenbruck trugen ihr Problem sachlich vor. "Eine 100%-ige Lösung wird nicht erwartet", so Michael Heinikel. Aber keine Ansetzung von Schiedsrichtern kann bei der geringen Anzahl von U13-Juniorinnen-Spiele "nicht akzeptiert" werden.

Foto: TSV Brand   Jubel bei den Mädchen des TSV Brand. Im Kreis Erlangen/Pegnitzgrund ist die Schiedsrichtersituation noch gut. Daher blickt KSO Stefan Stadelmann entspannter in die Zukunft als KSO Hans Rösslein im Ballungszentrum Nürnberg und der Frankenhöhe. Auch bei Hans Jäger im Kreis Neumarkt/Jura fehlen Männer und Frauen an der Pfeiffe.

Sehr engagiert ging die Riege des BFV, unter Führung des Bezirksvorsitzenden Uwe Kunstmann, das Thema an und zeigte, daß der BFV für seine Vereine da ist. Trotz vieler Termine in der Saisonvorbereitung waren Bezirksschiedsrichterobmann Gerhard Pech und seine Kreisobmänner Hans Rösslein, Hans Jäger und Stefan Stadelmann vor Ort. Bernd Schreiber, als Chef des Frauen- und Juniorinnenfussball durfte natürlich nicht fehlen.

2 Stunden wurden alle Argumente auf den Tisch gebracht. Die Schiedsrichter argumentierten mit "fehlenden Männern und vor allem fehlenden Frauen an der Pfeiffe". Der Lösungsvorschlag von BSO Pech, einen sogenannten Schiedsrichterpool zu bilden, fand bei allen beteiligten Zustimmung. In diesem Pool sollen Schiedsrichter geführt werden, die willig sind Mädchenspiele zu pfeiffen. Vereine und Schiedsrichterorgane sprechen zeitnah solche Kanditaten an und werden diese beim jeweiligen Kreisschiedsrichterobmann melden.

Ein Teil der Spiele wird auch weiterhin unbesetzt bleiben. Eine gemeinsame Initiative soll aber zu den nächsten Schiedsrichterlehrgängen ermutigen. Vor allem Frauen und Mädchen wären als aktive Schiedsrichterinnen sehr wichtig für die positive Entwicklung des weiblichen Fussballs in Mittelfranken. Uwe Kunstmann verwies darauf, bei Problemen in Zukunft sich gleich gegenseitig auszutauschen ohne vorher Missverständnisse aufkommen zu lassen. "Bei einem persönlichen Gespräch erreicht man doch noch die besten Ergebnisse."

Foto: Michael Heinikel     Die Moorteufel des TSV Ochenbruck spielen gerne und engagiert Fussball. Auch in Zukunft dürfen die Mädchen mit Schiedsrichtern rechnen!

Dieser hart erarbeitete Kompromiss soll vor allem den aktiven Juniorinnen zu Gute kommen. So hoffen alle Beteiligten auf eine faire Saison 2013/2014. Bezirksschiedsrichterobmann Gerhard Pech bot sich sogar an, daß Eröffnungsspiel der Mädchen 2013/2014 in der Bezirksliga höchstpersönlich pfeiffen zu wollen. Dies nahm Michael Heinikel dankend an!

 

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