BayL: Club-Frauen vor Saisonstart

Interview mit Benny Übel, neuer Trainer der 1. Frauenmannschaft des 1. FC Nürnberg

Am kommenden Sonntag startet die Bayernliga-Frauenmannschaft des 1. FC Nürnberg in die neue Saison mit einem Heimspiel gegen den VfB Straubing. Anpfiff ist um 15 Uhr im Sportpark Valznerweiher. Nach einer langen, intensiven und abwechslungsreichen Vorbereitungsphase blickt das neue Trainergespann Peter Wießmeier und Benny Uebel positiv auf die neue Saison und freut sich, dass es nun endlich wieder los geht. Das erste Pflichtspiel konnte das Team am vergangenen Wochenende im Verbandspokal beim Ligakonkurrenten FV Obereichstätt mit 1:2 erfolgreich gestalten, auch wenn die Art und Weise, wie das Spiel gewonnen wurde, noch deutlich Luft nach oben lässt. Im Pokal zählt aber nur das Weiterkommen, sodass man durchaus mit dem Ergebnis zufrieden sein kann. Im Anhang fragen wir Benny Übel, neuer Trainer der 1. Frauenmannschaft, z.B. wer das letzte Wort hat. Er oder Kollege Peter Wießmeier?

Wird er Saisonstart in die neue Bayernligasaison 12/13 gelingen?

In einem Interview äußert sich der neu hinzugekommene Trainer Benny Uebel (siehe Bild rechts), der zuvor die 2. Frauenmannschaft trainierte, über die kommende Saison, die Vorbereitung und das Zusammenspiel mit dem neuen Trainerkollegen Peter Wießmeier.             (Fotos: Andy Tschorn)

Sind Sie mit dem Verlauf der Vorbereitung zufrieden?
Unterm dem Strich können wir mit der Vorbereitung sehr zufrieden sein. Klar ist es manchmal schon schwierig und man muss Abstriche machen, wenn Spielerinnen im Urlaub sind oder wegen dem Beruf nicht zum Training kommen können oder einfach die Trainingsmöglichkeiten nicht ganz so gegeben sind, wie man sich es bei der Planung vorgestellt hat, aber wir haben wirklich sehr viele tolle Momente schon in der Vorbereitung zusammen als Team erlebt. Die Mannschaft zieht hervorragend in den Einheiten mit und wächst auch immer mehr als verschworene Einheit zusammen. Wir hatten ein sehr gut organisiertes Trainingslager in Illschwang, wo wir gut an den Grundlagen für die lange Saison arbeiten konnten. Außerdem haben wir auch fußballfremde Sportarten wie Beachvolleyball, Kajakfahren und Bowling in der Phase der Teamfindung ausprobiert. Wir sind also gut vorbereitet für die neue Saison und freuen uns alle auf den Start gegen Straubing.
Wie sieht die Mannschaft für die neue Saison aus, auf welche Neuzugänge darf man sich freuen?
Zunächst war es extrem wichtig, dass wir den Großteil der Mannschaft aus der vergangenen Saison halten konnten. Somit war das Gerüst für den Kader bereits vorhanden. Peter Wießmeier und ich haben dann die Positionen raus gearbeitet, bei denen wir noch Verbesserungspotenzial gesehen haben und versucht, uns dort zu verstärken und den Kader leistungsmäßig breiter aufzustellen. Mit Marina Mittermeier konnten wir eine Heimkehrerin bei uns begrüßen, die aufgrund ihrer Erfahrung in der 2. Bundesliga ein wichtiger Baustein für die neue Saison sein kann. Simone Grimm und Lisa Schreiber sind zwei defensiv sehr flexibel einsetzbare junge Mädels, die uns perspektivisch weiterbringen werden. Aus der 2. Mannschaft haben wir mit Tina Würdemann ebenfalls eine sehr junge Spielerin in den Kader dazu genommen, die der Mannschaft defensiv auch weiterhelfen wird. Christina Friedlein zähle ich jetzt auch als Neuzugang, da sie in der vergangenen Saison aufgrund Verletzungen kaum zum Einsatz kam. Bisher konnte sie aber in der Vorbereitung ihr enormes fußballerisches Potential andeuten. Wir drücken ihr die Daumen, dass sie eine verletzungsfreie Saison spielen kann, dann werden wir viel Spaß mit ihr haben.
Welche Ziele hat der 1. FC Nürnberg für die neue Saison?
Wir sind letzte Saison knapp am Aufstieg in die Regionalliga gescheitert. Am Ende waren es drei gleich starke Mannschaften mit Memmingen, Hof und unserem Team. Kleinigkeiten machten den Unterschied aus. Wir haben eine sehr junge Mannschaft, in der sich jede einzelne Spielerin noch enorm weiterentwickeln kann und wird, sodass es doch gar kein anderes Ziel geben kann, als bis zum Schluss der Saison wieder um den Aufstieg mitzuspielen. Wir werden alles geben, um dieses große Ziel am Ende zu erreichen. Aber wir dürfen nicht glauben, dass es ein Selbstläufer werden wird, die Konkurrenz ist sehr stark. Mit dem 1. FFC Hof haben wir einen altbekannten Konkurrenten, mit dem es schon in der vergangenen Saison zwei heiße Duelle gegeben hat. Wir schätzen zudem den Aufsteiger FC Ingolstadt 04 als absoluten Favoriten ein, da sich die Schanzer enorm verstärkt haben und von den Möglichkeiten innerhalb des Vereins uns mehr als einen Schritt voraus sind.

Wie siehst Du die Entwicklung im Verein insgesamt?

Im Vergleich zu meinem Start hier hat sich der Verein super entwickelt. Strukturell sind wir jetzt sehr ordentlich aufgestellt. Unser Vorsitzender Dr. Klemens Gsell hat den Verein wieder in ruhigere Bahnen gelenkt. Organisatorisch haben wir mit dem neuen Vorstandsmitglied Andreas Tschorn auch endlich einen Mann vom Fach, der auch den Bereich Öffentlichkeitsarbeit neu gestaltet hat. Unsere beiden Betreuer Adele Loukas und Klaus Erhart entlasten uns Trainer enorm, sodass wir uns auf die sportlich wichtigen Themen konzentrieren können. Von den Strukturen in der Jugendabteilung werden wir im Frauenbereich in den nächsten Jahren enorm profitieren. Hier gilt es allen Beteiligten um den Juniorinnen-Koordinator Andreas Exner und dem Sportlichen Leiter Norbert Frey ein großes Lob auszusprechen. Der Unterbau mit der U 13, U 15 und zwei U-17-Teams ist schon toll, die U-17-Bundesliga natürlich ein absolutes Highlight für die Mädels. Unser Ziel muss es als Verein jedoch auch sein, möglichst viele dieser Talente dann in unsere Frauenmannschaften hochzubekommen. Hier sind natürlich auch die entsprechenden Ligen ein wichtiger Faktor. Aus diesem Grund wäre ein Aufstieg in die Regionalliga Süd am Ende der Saison ein toller Erfolg nicht nur für unsere Mannschaft, sondern auch ein wichtiger Baustein für den gesamten Verein.
Wie läuft der Trainingsalltag?
Die bisherige Zeit mit Peter Wießmeier läuft sehr harmonisch. Er hat genaue Vorstellungen und klare Ideen, wie man Fußball spielt und welche taktische Grundausrichtung eine Mannschaft haben soll. In den ersten Gesprächen vor der Saison haben wir uns sehr lange über solche grundsätzlichen Dinge unterhalten und festgestellt, dass sich unsere Ansichten größtenteils decken. Wir sind absolute Teamarbeiter, für uns steht immer unsere Mannschaft im Mittelpunkt. Dies ist aber auch sehr wichtig bei unserer Konstellation, sonst könnte dieses Modell mit zwei gleichberechtigten Trainern gar nicht klappen, wenn einer von uns beiden nur ein wenig den Chef spielen wollte.
Wer von den beiden Trainern hat denn am Ende das letzte Wort?
Die Antwort ist eigentlich ganz einfach: derjenige mit den besseren Argumenten. Bei 9 von 10 Punkten sind wir sowieso mit unseren Ansichten sehr eng beieinander. Und wo es doch mal unterschiedliche Meinungen gegeben hat, konnten wir uns immer gegenseitig überzeugen. Wir diskutieren so lange, bis wir von einer Idee restlos überzeugt sind. Unterschiedliche Blickwinkel sind manchmal nicht das Schlechteste für die Lösung vorhandener Probleme.

Andy Tschorn, 1. FC Nürnberg


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